18.09.2026 · Personal
Warum ich Abo-Modelle verabscheue: Die Sicht eines Softwareentwicklers

Foto von Rubaitul Azad auf Unsplash
Ich verabscheue Abo-Modelle zutiefst. Und als Softwareentwickler kann ich einfach nicht nachvollziehen, mit welcher Offenheit andere Entwickler bei Abos vorgehen. Versteht mich nicht falsch: Abo-Modelle haben jede Berechtigung. Entwickler leben nicht von Luft und Liebe; sie brauchen kalkulierbares Einkommen. Besonders verstehe ich es, wenn Software laufende Kosten verursacht — Server für Cloud-Dienste oder Integrationen, die dauerhaft Geld kosten. Das ergibt für mich Sinn. Was ich absolut nicht verstehe — und was ich wirklich abstoßend finde — ist, dass Apps ohne laufende Infrastrukturkosten trotzdem ins Abo zwingen. Das ist nicht nur kundenunfreundlich. Das ist schlicht unsinnig.
Wie das angefangen hat
Dieser ganze Trend begann mit einer Variante, die Adobe eingeführt hat. Damals gab es allgegenwärtige Programme wie Photoshop, die im Einmalkauf extrem teuer waren. Einzelne Programme kosteten mehrere hundert Euro, und jedes Jahr kam eine neue Version. Statt jährlich eine Version herauszubringen, die man viele Jahre hätte nutzen können, stellte man auf ein Abo um. In gewisser Weise hat das den Zugang demokratisiert — plötzlich konnte sich jeder ein paar Euro im Monat leisten, um professionelle Software zu nutzen. Adobe war einer der größten Vorreiter, und bald sprang jeder auf. Ich glaube, Adobe hat viel verändert. Aber gerade bei Adobe hing das an einem Cloud-Dienst. Man konnte Aufgaben auslagern, und diese laufenden Infrastrukturkosten rechtfertigten das Abo bis zu einem gewissen Grad. Aber nicht bei einer App, die einmal entwickelt wird und komplett offline läuft.
Ein faires Geschäft
Ich bin ein großer Verfechter davon — und deshalb extrem konsequent —, alle veröffentlichten Projekte als Einmalkauf anzubieten. Natürlich gibt es laufende Kosten: Support, Weiterentwicklung, Updates. Aber ich denke: Wenn eine App gut gemacht ist und durchgehend betreut und verbessert wird, kommen weiter neue Käufer. Das ist für mich ein faires Geschäft. Und selbst wenn Jahre später eine neue Hauptversion erscheint, ist es völlig in Ordnung, die als bezahlten Einmalkauf anzubieten. In jedem Fall werde ich jede App, die ich entwickle, als Einmalkauf anbieten, solange es keine laufenden Infrastrukturkosten gibt. Apps sollen keine Abo-Falle sein. Sie sollen fair bezahlbar sein.
Mein Versprechen
Deshalb mein Versprechen: Jede App, die ich veröffentliche, wird ein Einmalkauf. Weil ich an faire Preise glaube, nicht an endloses Mieten.